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Bulletin Jugend & Literatur

Kritisches Monatsmagazin für Kinder- und Jugendmedien, Leseförderung und Lesekultur

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    Artikel: Das Weihnachtssingen
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    Die Eule des Monats geht im Dezember 2009 an:


    Das Weihnachtssingen
    Das Weihnachtssingen
    Die wilden Zwerge Bd.5
    Meyer, Lehmann, Schulze
    Illustriert von Susanne Göhlich
    Klett Kinderbuch Verlag, 10/2009, 32 Seiten
    ab 4 Jahre
    Art.Nr.: 978-3-941411-11-1
    Preis: 7,90 EUR inkl. 7 % UST
    keine Versandkosten

    Die wilden Zwerge sind Kult – oder jedenfalls haben sie das Zeug dazu, denn noch hat sich der Reiz der Reihe im Volk noch nicht herumgesprochen. Die schmalen Bücher über eine sehr lebendige Kindergartengruppe haben eine hingerissene, wenn auch noch kleine Fan-Gemeinde. Und während die Geschäfte ihre Regale mit Lebkuchen und Zimtsternen füllen, erscheint von den wilden Zwergen ein fünfter Band: über die Weihnachtszeit. Die fällt, wie könnte es anders sein bei Anton, Selin, Mara, Johannes und den anderen, eher turbulent als beschaulich aus.
    Der Nikolaus kommt, verteilt Kekse und gezielte Ermahnungen: Anton soll seine Autos nicht auf der Klobrille herumfahren lassen; Karolin nicht immer gleich losbrüllen, wenn ihre Kleider ein bisschen schmutzig werden. Für jedes Kind hat er einen guten Rat, doch die lustigen Bilder lassen vermuten, dass es mit der Umsetzung noch etwas hapert. Das kennt man aus dem eigenen Erleben. Hörer, Vorund Selbstleser können sich also freuen, dass es bei den wilden Zwergen genauso ist.
    Überhaupt haben die Geschichten aus dem Alltag dieser Kindergartengruppe fast schon Anekdotencharakter. Mit viel Humor, realistisch und ohne Scheuklappen die Eule des Jahres 2008/2009 schildert das Autorentrio mit diesen wahnsinnig ungewöhnlichen Pseudonym Meyer & Lehmann & Schulze den chaotischen Verlauf eines ganz normalen Kindergartentages. Da ist beileibe nicht alles nur schön und nett, nein, es wird gehauen und gestritten. Singen ist »geil«, aber das sagen wir hier nicht, und willensstarke Kinder machen ihre eigenen Pläne und durchkreuzen damit die der gestressten Erzieher.
    Die Kindergartengruppe macht in der Vorweihnachtszeit einen Ausflug ins Altersheim, um den betagten Bewohnern saisonales Liedgut vorzutragen. Diesen Anlass nutzen die Erzähler für eine ungeschminkte und dennoch heiter-leichte Zeichnung eines unverkrampften Zusammentreffens von Jung und Alt. Die Kinder fragen interessiert, ob die Alten Windeln tragen, lassen sich den Rollator erklären und finden die vielen Knöpfe auf den Toiletten ziemlich spannend.
    Das Weihnachtssingen ist, wie alle Bände über die wilden Zwerge, eigentlich für Kindergartenkinder und deren Eltern geschrieben. Damit die mal darüber reden können, wie es eigentlich wirklich ist, das große Kindergartenabenteuer. Doch die Bücher eignen sich auch hervorragend als Erstlesebücher. »Große« Schulkinder der zweiten oder dritten Klasse können sich dabei so herrlich über die Erlebnisse der »Kleinen« amüsieren, dass sie darüber ganz vergessen, wie mühsam Lesenlernen ist. Und mit mehreren Bänden wird die Leserbindung ganz von selbst gestärkt.
    Die Illustratorin Susanne Göhlich nimmt die Besonderheiten jedes Kindes der Truppe auf und lädt in fröhlichen Bildern zum genauen Hinschauen ein. Anspruchsvoll ist die Schlussseite, in kleinerer Schrift und reiner Dialogform. Anton auf dem Klo sitzend, unterhält sich mit seiner Mutter über die Erlebnisse des Tages. Fazit: Altenheim ist lustig.
    Dass es am Ende dann doch noch geklappt hat mit dem Weihnachtssingen, obwohl Johannes und seine Freunde heimlich zum Schokoladenopa abgehauen sind und Selin die alte Frau zu der unechten Bushaltestelle im Garten begleitet hat, finden alle super. Auch der begeisterte Leser und die Eule, die very amused nach Leipzig flattert.
    Katrin Hahnemann

    Zur Weihnachtszeit etwas Gutes tun - das macht den Zwergen natürlich Spaß! Auch, wenn das Vorsingen im Altenheim nicht ganz so läuft wie geplant. Ein Band der beliebten unkonventionellen Kindergartenreihe mit den "wilden Zwergen", wieder voller Charme und Alltagskomik.
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    Das Weihnachtssingen

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