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    Artikel: Margos Spuren
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    Die Eule des Monats verfolgt im Februar:


    Margos Spuren
    Margos Spuren
    John Green
    Übersetzung aus d. Englischen von Sophie Zeitz
    Hanser, 2/2010, 334 Seiten
    13 Jahre
    Art.Nr.: 978-3-446-23477-2
    Preis: 16,90 EUR inkl. 7 % UST
    keine Versandkosten

    Wie wird man Anfang des 21. Jahrhunderts erwachsen? Und was bringt einen 18-Jährigen dazu, wieder und wieder ein 80-seitiges Gedicht von Walt Whitman zu lesen? Quentin Jacobsen, Held und Ich-Erzähler in Margos Spuren, John Greens drittem Jugendroman, weiß beides. Und während Quentin zu diesem Wissen gelangt, lebt und sucht er sich durch eine raffinierte Geschichte, die als keck-melancholischer Entwicklungsroman daherkommt und nicht zuletzt durch seine originellen Wendungen überzeugt.

    Zu Beginn des Romans wohnt Quentin in einer Neubausiedlung, direkt neben Margo Roth Spiegelman, die nicht nur das tollste Mädchen der Welt, sondern glücklicherweise auch seine Spielkameradin ist. Beide sind neun Jahre alt, als sie unter einer Eiche die Leiche eines Mannes finden. Kurz darauf steht Margo abends unter Quentins Fenster, nicht, um ihre Ängste mit Quentin zu teilen, sondern um ihrem Freund davon zu berichten, was sie über den Toten ausspioniert hat. Quentin indessen kann diesen detektivischen Eifer nicht teilen. Für ihn als Sohn eines Psychologenehepaares ist der grausige Fund bereits gesprächstherapeutisch analysiert und ad acta gelegt.

    Neun Jahre später, kurz vor dem Highschool-Abschluss, steht Margo nachts abermals unter Quentins Fenster. Längst ist sie für ihn zur unerreichbaren Traumfrau avanciert, deren schräge Erlebnisse an der Schule, die sie gemeinsam besuchen, bereits den Status von Legenden besitzen. Margo überredet Quentin, gemeinsam mit ihr in den kommenden Stunden einen Elf-Punkte-Plan durchzuziehen, der sich als Rachefeldzug gegen Margos untreue Freunde entpuppt. Danach verschwindet Margo mit der gleichen Abruptheit, mit der sie zuvor unverhofft vor Quentins Fenster aufgetaucht war.

    Nun beginnt eine Art Schnitzeljagd, in der Walt Whitmans Gedicht »Lied über mich selbst« als Wegweiser dient. Denn Margo hat Spuren hinterlassen. Für Quentin. Und während Quentins Freunde – der großmäulige, aber fliegengewichtige Ben und der Computerfreak Radar, die Eule des Jahres 2009/2010 der sein Leben einer Wikipedia-ähnlichen Enzyklopädie namens Omnictionary widmet – mit dem anstehenden Abschlussball und möglichen Tanzpartnerinnen beschäftigt sind, brütet Quentin über Margos Rätsel. Er weiß, dass er auf die Hilfe seiner Kumpane aus gegebenem Anlass nicht zählen kann. Umso größer ist deshalb seine Überraschung, als diese ihn schließlich dennoch bei seiner mysteriösen Spurensuche und der großen Fahrt zu Margo begleiten, statt dem zeremoniellen Akt der Zeugnisverleihung in der Highschool beizuwohnen.

    John Green zeigt in seinem jüngsten Buch einmal mehr sein wunderbares Talent, verschrobene Charaktere und bizarre Situationen mit lebensernsten Erfahrungswelten zu verbinden. Anders als in seinen beiden Vorgängerromanen Eine wie Alaska und Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen) gelingt ihm hier aber auch noch eine beeindruckende erzählerische Vielschichtigkeit. So beginnt der Roman wie ein klassischer Krimi mit dem Fund einer Leiche, fließt dann in eine Coming-ofage- Geschichte, um schließlich in eine fiktive Detektivgeschichte zu münden. Gerade letztere Genre-Anleihe erweist sich als fruchtbare Idee, denn wie ein Detektiv ermittelt auch Quentin, um seine Freundin aufzuspüren. Dass er dabei sich selbst und auch Margo mehr auf die Schliche kommt als ursprünglich geplant, ist die überraschende Wendung des Romans.

    John Greens besonderes Verdienst ist es, die verschiedenartigen Erscheinungsformen des Mikrokosmos Stadt zugleich als originelle Szenarien und Metaphern für mögliche Selbstentwürfe auszuspielen. So stockt dem Leser der Atem, wenn Quentin vor einer vernagelten Ladenruine aus dem Auto steigt und es plötzlich nach Verwesung riecht. Hochspannung wie im Horrorfilm! Ausgesprochen amüsant ist dagegen die Szene, in der sich Quentin, Radar und Ben samt Freundin im lächerlich modernen Kleinbus auf eine Tour durch die USA begeben und alles wie ein persifliertes Roadmovie erscheint. Wir schicken den beherzten Freunden eine Spüreule mit auf ihren Weg Richtung New York, zu John Green.
    Sarah Wildeisen

    Schon als kleiner Junge war Quentin in die schöne, impulsive Margo verliebt - und schon damals war sie ihm ein Rätsel: Niemand konnte so mutig und entschlossen sein wie sie, niemand wirkte so unnahbar. Nachdem Quentin Margo bei einem nächtlichen Rachefeldzug geholfen hat, verschwindet diese urplötzlich und hinterlässt geheimnisvolle Spuren. Quentin ist verwirrt: Sind die Spuren für ihn? Soll er die Suche aufnehmen? Doch dann verfolgt er jeden Hinweis und befindet sich plötzlich inmitten eines aufregenden Abenteuers, irgendwo zwischen Roadmovie, Detektiv- und Liebesgeschichte. Der dritte Roman des vielfach ausgezeichneten Autors aus den USA.
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        Deutscher Jugendliteraturpreis 2010: Nominierungsbekanntgabe auf der Leipziger Buchmesse https://www.bjlonline.de/index.php/kategorie/news/
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